Worauf achten?

Auch wenn Sie sich müde und erschöpft fühlen, kann ein wenig Bewegung wahre Wunder vollbringen. Aber machen Sie sich bewusst, dass Sie als Krebs-Betroffene länger brauchen, um sich zu erholen als Nicht-Betroffene. Besprechen Sie daher gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt, was Sie sich zumuten dürfen. Wichtig ist auch, die Therapiephasen zu beachten:

Akut-Phase
Direkt nach der Operation (Akut-Phase) sollten Sie mit einer gezielten Physiotherapie (Krankengymnastik) beginnen. Unter Anleitung eines speziell geschulten Therapeuten können Sie in der Regel ab dem zweiten Tag nach der Operation erste Dehn- und Mobilisierungsübungen durchführen. Grundsätzlich sollte die operierte Seite genauso wie die gesunde mit einbezogen werden. Kleine Pumpbewegungen mit den Händen und Unterarmen beugen einer Ödembildung vor – zusätzlich kann eine Lymphdrainage helfen. Das Bewegungsausmaß orientiert sich am Schmerz und der Narbenspannung. Wenn Sie sich sicher fühlen, sollten Sie sich schon im Krankenhaus so viel wie möglich bewegen, am besten täglich. Das Motto lautet „So viel wie möglich gehen, so wenig wie möglich liegen“. Denn durch das Liegen verkümmern die Muskeln, und die Lunge wird schlecht belüftet (Gefahr einer Lungenentzündung).

Auch während der Chemotherapie, die mehrere Monate dauern kann, ist eine gezielte Bewegungstherapie möglich. In vielen Krankenhäusern zeigen Bewegungstherapeuten, wie bestimmte Bewegungen richtig durchgeführt werden. Falls die gewählte Chemotherapie keinen Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem hat, können Sie bereits sechs Stunden nach der Chemo-Gabe mit einem Ausdauertraining z.B. auf dem Fahrradergometer beginnen.

Während einer (Anti-)Hormontherapie spricht ebenfalls nichts gegen Bewegung. Entscheidend ist, wie Sie sich fühlen.

Reha-Phase
Die stationäre oder auch ambulante Anschlussheilbehandlung sollte in der Regel nicht später als 14 Tage nach der Entlassung aus der Akut-Klinik beginnen. Erfahrene Therapeuten und Ärzte führen Sie hier langsam und behutsam an das Bewegungsprogramm heran. In dieser Zeit können Sie auch Kontakte zu einer Krebssportgruppe in der Nähe Ihres Wohnorts knüpfen. Den meisten Kliniken liegen dazu Adresslisten vor.

Rehabilitationssport zu Hause

Zu Hause angekommen, fühlen sich viele Patientinnen verunsichert. Bewegung kann Ihnen dann helfen, Ängste abzubauen, depressive Verstimmungen zu vermeiden, soziale Kontakte zu knüpfen und das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) zu mindern. Wählen Sie Bewegungsformen, die Ihnen Spaß machen, denn nur so bleibt die Motivation zur ständigen und regelmäßigen Bewegung erhalten. Wenn Sie Bewegung und Sport alleine langweilig und monoton finden, sind die Krebssportgruppen sehr zu empfehlen. Nach §44 Sozialgesetzbuch IX wird der Rehabilitationssport in der Krebssportgruppe bezuschusst. Damit hat jede Patientin das Recht, dafür eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. In einer Krebssportgruppe können Sie unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter gemeinsam mit anderen Betroffenen Bewegung erleben. Freude, soziale Kontakte und das positive Erleben von Bewegung sollten jederzeit im Vordergrund stehen.

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Stand: 7.1.09