Der Hormonrezeptor-Status und seine Bedeutung
Die Information zum Hormonrezeptor-Status ist für die Auswahl der für Sie besten Therapie sehr wichtig! Denn sie verrät Ihrem Arzt, warum und unter welchen Bedingungen Ihr Tumor wächst: Zellen werden – individuell ganz verschieden – von speziellen Signalen oder Botenstoffen (z.B. Hormonen) zum Wachsen angeregt.
In der Brust beispielsweise geht diese gleichsam treibstoffartige Wirkung von den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron aus. Leider gilt dies nicht nur für die Zellen der Brust, sondern auch für die meisten Tumorzellen;einschließlich der ausgewanderten Tumorzellen, die ja alle irgendwann einmal aus einer kranken Brustzelle entstanden sind.
Man weiß heute, dass altersabhängig bei bis zu 80% aller Brustkrebserkrankungen die Tumorzellen von Östrogen und/oder Progesteron zur Teilung angeregt werden. Wann immer also an der Empfangsstelle (Östrogen-, Progesteronrezeptor) das jeweilige Hormon bindet, erhält die Tumorzelle den Befehl, sich zu teilen. Die Zahl der Tumorzellen nimmt ständig zu; der Krebs bzw. die Metastase wächst.
Daher sind zwei Möglichkeiten denkbar, das Wachstum zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen: Das Ihnen verabreichte Medikament kann die im Körper zirkulierende Menge an Östrogen (an Treibstoff also) senken. Oder das Medikament hält die Empfangsstellen (Rezeptoren) für das Hormon besetzt, d.h. blockiert den Motor. In beiden Fällen erreicht der Befehl zur Teilung weniger Krebszellen. Man nennt diese Therapiestrategie „Antihormontherapie“.


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